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Stilberaterin Tanja Wiget Zürich

Interview mit Stilberaterin Tanja Wiget

Die Stilberaterin Tanja Wiget im Interview mit Risch Shoes. Worauf achten Männer und warum?

21.06.2016

By Henrik Ditz

Tanja Wiget ist Stilberaterin und Bewerbungstrainerin aus Zürich und berät u.a. Männer bei der Auswahl typgerechter Kleidung - auch mit Schuhen von Risch. Wir haben sie als Expertin gefragt, was für Männer im Beruf und privat kleidungstechnisch wichtig ist und was geht und was absolute No-Gos sind. Lesen Sie hier das ganze Interview.

Wie wichtig ist für einen Mann das Aussehen? Wie sehr legen Männer Wert auf ein gutes Aussehen?

Die wichtigste Nebensache würde ich sagen. Es gab die Aristokraten, die sich schmückten wie Pfaus und die Männer im 19. Jahrhundert, die mit funktionalen Anzügen den Erfolg verkörperten. Heute gibt es auch die Sorte „Zuckerberg“, die ihre T-Shirt-Uniform hartnäckig vertritt, sich aber im Grunde nicht minder kümmert um ihren Auftritt, denn auch ihre Absicht ist eine klare Aussage zu ihrer Person.

Für den Mann von heute ist das Aussehen ein selbstverständlich integrierter Bestandteil der täglichen Performance, auch wenn er dafür weniger Zeit aufwendet, sich weniger Gedanken zum Thema macht und die Möglichkeiten eingeschränkter sind als für sie. Und selbstverständlich spielt mit hinein, welchen Wert er seinem eigenen Auftritt gibt. Wissen, was geht und steht, will jeder. Männer sind ergebnisorientiert.

Sie setzen gute Kleidung auch bewusst zweckorientiert ein, um ein berufliches oder privates Ziel mit einem äusserlichen Statement zu untermauern. Und wenn erst der Erfolg dieser effektvollen Nebensache spürbar wird, steigt das Interesse am Thema. Auch Frauen tun das, aber für sie hat Priorität, sich selbst zu genügen. Männer interessieren sich darüber hinaus für die Geschichten hinter einer Marke.

Funktionalität und Qualität eines Produkts sind mindestens so wichtig für sie wie der ästhetische Aspekt.

Warum spielt Aussehen eine Rolle bei erfolgreichen Menschen? Warum sowohl bei der potentiellen Partnern, als auch im Berufsleben?

Offenbar transportieren wir äusserliche Signale nach innen. Kleidung hat eine Wirkung aufs Umfeld. Gut gekleideten Leuten tritt man respektvoll entgegen. Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz sind Eigenschaften, die mit einem entsprechenden Outfit unterstrichen werden.

In gewissen Positionen spielt das Aussehen eine noch grössere Rolle, da der Erfolg unter anderem damit verbunden ist. Ein respektvoller Auftritt enthält auch eine wertschätzende Komponente anderen und sich selbst gegenüber. Wie man sich kleidet, ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, eine Art Persönlichkeitsentwicklung und Selbstdarstellung. Kleidung ist Teil unseres Lebensstils und begleitet uns durch alle Alltagssituationen. Wir machen damit täglich eine klare Aussage zu unserer Person.

Und es ist eine Art Arbeit an sich selbst. Deshalb spielt Aussehen keinesfalls nur im „erfolgreichen“ Berufs- und Privatleben eine wichtige Rolle. Kleidung hat ebenso die Fähigkeit, nach innen zu wirken. Ein angemessenes, raffiniertes und schmeichelndes Outfit kann einen überzeugenden Auftritt entscheidend beeinflussen.

Wir alle kennen das Gefühl, den ganzen Tag über den Eindruck zu haben, nicht in der „richtigen Kleidung“ zu stecken…

Wie trägt Kleidung dazu bei, speziell auch Schuhe?

Mit einem schlechten Schuh kann man gute Kleidung abwerten, mit einem guten, schlechte Kleidung aufwerten;

it’s the shoe that makes the man!

Mit einer guten Frisur und guten Schuhen sind 80% guten Stils abgedeckt, sagen wir oft.

Kann man mangelnde Ausstrahlung mit der richtigen Kleidung kompensieren?

Ich würde die Gleichung so stellen: Man kann die richtige Kleidung und ein Lächeln kombinieren – und so mangelnde Ausstrahlung kompensieren!

„Typgerecht"  ist etwas anderes, als einfach nur „schick“. „Professionell“ muss auch nicht immer das schickste Outfit bedeuten? Wie schmal ist der Grat zwischen under- und overdressed?

Kleidung darf nicht verkleiden! Ein Outfit soll sich integrieren und ein Stück weit die Persönlichkeit aufnehmen. Typgerecht heisst, wenn Passformen, Farben und die Stilausrichtung mit dem Farb- und Stiltyp harmonieren.

Professionell meint darüber hinaus, ein auf das Umfeld abgestimmter Auftritt, Dresscode gerecht, der Funktion entsprechend, sauber und gepflegt.

Je nach Branche und Unternehmen gibt es mehr oder weniger Regeln dazu. Der Chef bestimmt generell das Anzugsklima und je höher die Position, desto schmaler der Pfad. Es ist unbestritten, dass ab einem gewissen Rang sich der Blick für Qualität und Label schärfen muss.

Ein paar Beispiele:

  • Ein Manager im Tweed-Sakko an einer Geschäftsleitungssitzung ist underdressed.
  • Ein Banklehrling im schwarzen Hosenanzug ist overdressed.
  • Eine Managerin und Sitzungsleiterin mit grossgemusterter, bunter Bluse, Jupe und High Heels ist overdressed.
  • Ein Mann mit Hosenanzug und Parka darüber ist underdressed.
  • Ein Politiker mit knallroter Krawatte in einer Politsendung ist not well dressed.
  • Eine Telefonistin mit zehenfreien Sandalen und ärmellosem T-Shirt ist underdressed.
  • Ein Produktionsleiter einer Guezli-Fabrik mit Pullover, Anzugshose und Mokassin im Vorstellungsgespräch ist underdressed.
  • Ein Zahnarzt mit Punktehemd ist underdressed.
  • Eine Optikerin im Mini, Bluse und High Heels ist underdressed.
  • Ein Geladener zu einer Hochzeit (Dresscode Black Tie) mit schwarzem Hosenanzug und Fliege ist underdressed.
  • Ein leitender kaufmännischer Angestellter in Sneakern, T-Shirt und Sakko ist underdressed.
  • Mit der Jeans in die Oper ist zwar heute möglich, aber nicht angebracht.

Was finden Männer sexy?

Wenn Frau ihre speziellen Eigenheiten mit entsprechender Kleidung zum Ausdruck bringen kann; seien das lange Beine, schöne Füsse, romantische Rundungen, schöne Lippen, eine schmeichelnde Frisur.

Das Geniale an Kleidung und Stil ist ja gerade, dass damit der Körper erst richtig in Szene gesetzt werden kann. Einmal etwas betonter, einmal ganz entspannt. Darüber hinaus würde ich sagen, wenn Frau sich gefunden hat und ganz bei sich selbst ist, wirkt dies immer attraktiv auf den Mann.

Wie viel sollte „Mann“ heutzutage noch über den richtigen Dresscode zum richtigen Anlass wissen? Welche Standards sollte er kennen?

Man tut gut daran, sein Outfit nach geforderten Dresscodes auszurichten. Bei gewissen Dresscodes wie White/Black Tie, Cut oder Frack gibt es kein Pardon.

Andere wie Business Casual oder Abendkleidung lassen mehr Spielraum für Varianten und Individualität zu.

Selbstverständlich gehört auch der richtige Schuh zum entsprechenden Dresscode-Outfit. Ohnehin empfehle ich, ein Paar Schuhe für jeden Anlass im Jahr im Schrank zu haben. Gut gearbeitete, gepflegte Business-Qualitätsmodelle können teilweise in der Dresscode-Garderobe eingesetzt werden.

Beim Schuh fängt das Styling für Dresscodes an!

Wie wirkt das Aussehen und die Attraktivität eines Mannes auf Frauen? Wie sehr zählt das Outfit?

Kein Outfit kann eine Ausstrahlung oder die Persönlichkeit ersetzen. Aber sie kann diese unterstreichen und einiges ausgleichen.

Attraktiv ist für mich, wenn das Outfit nicht aufgesetzt wirkt, die Persönlichkeit unterstreicht und hier und da einmal ganz subtil eine Spezialität zum Vorschein bringt, die nicht erwartet wurde. Das macht Frau schon Eindruck ;-) Jeder Stil kann elegant und gepflegt getragen werden.

In der relativ beschränkten Auswahl der Männergarderobe sind die richtigen Basics Gold wert: eine den Beinformen schmeichelnde Jeans (eine Jeans ist nicht einfach eine Jeans!), der richtige Halsausschnitt bei Shirts, gut gearbeitete Schuhe(!)

Es fasziniert mich (und meine Kunden) immer wieder, wie mit gut gewählter Kleidung bemerkenswerte Justierungen zu Stande kommen. Das Outfit zählt – keine Frage! Je weniger man sonst zu bieten hat, umso wichtiger ist das Outfit.

Reich und schön – wenn beides nicht zutrifft, kann „Mann“ mit der richtigen Kleidung dennoch erfolgreich sein und was gehört noch dazu?

Spricht man vom beruflichen Erfolg ist Reichtum eher ein mögliches Resultat des Erfolgs als sein Motor. Gutes Aussehen kann zum Erfolg beitragen.

Beruflicher Erfolg baut aber auf vielen anderen Faktoren wie z.B. Einsatzbereitschaft, Qualität der Arbeit, Fach- oder Führungskompetenz. Häufig hat Erfolg auch mit Zufälligkeiten zu tun; zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein oder die richtigen Leute kennen. Und nicht zuletzt zählt die eigene Persönlichkeit.

Kann man durch Kleidung seinem Gegenüber ein falsches Bild von sich glaubwürdig vermitteln?

Vielleicht auf Distanz. Denn Kleidung hat immer Zeichencharakter. Sobald Sprache, Gestik und Mimik hinzukommen, hängt die eigene Glaubwürdigkeit nicht mehr vom Outfit ab. Den Manager, der nicht überzeugt mit Führungs- oder Fachkompetenz, kann kein gutes Outfit retten.

Was sagen Schuhe über einen (männlichen) Charakter aus?

MonkstrapEin gewisser Zusammenhang besteht zwischen Persönlichkeit und Stil und weil auch die verschiedenen Herrenmodelle Ausdruck eines bestimmten Stils sind, kann man auf gewisse Charakterzüge zurückschliessen. Es braucht aber schon etwas Übung, die richtigen Rückschlüsse zu ziehen.

Und wohlverstanden, wir sprechen hier von Tendenzen. Die Monks z.B. sind ein gutes Beispiel. Modisch experimentierfreudige, eher extravertierte Personen, die sich gerne exponieren greifen gerne zu diesem extravaganteren Modell.

„Kleider machen Leute!“ wie viel Bedeutung hat dieser Spruch heutzutage noch wirklich?

Er hat eine. Mit Kleidung kann ich meine Mission gezielt unterstreichen. Das Bedürfnis nach Kleidung als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit wird bestehen bleiben.

Aber das Statement wird um eine Komponente erweitert werden. Die Textilbranche ist im Umbruch. Neue Faktoren wie die nachhaltige Produktion von Kleidung und die Markenbindung haben Einfluss auf die Aussagekraft von Kleidung und das Kaufverhalten.

Heute fragen wir neben dem Stil vermehrt danach, wie ein Produkt hergestellt wird. Die Zeiten, in denen wir unseren Schrank mit 15 Franken T-Shirts füllten sind passé. Die neuartigen Anforderungen an Kleidung zu Gunsten von Umwelt und fairer Herstellung werden die Modebranche revolutionieren und es werden diese Kleider sein, welche die Leute neu machen, die solche Auflagen erfüllen. Gerade deshalb schätze ich z.B. die Firma RISCH.

 

Vielen Dank für Ihre Zeit.

 

Tanja Wiget, 43 , ist in Zürich geboren. Sie war im Personalmanagement tätig, bevor sie sich zur Farb-/Modestilberaterin und Personal Shopperin FSFM sowie an der Textilfachschule weiterbildete. Sie arbeitet als selbständige Stilberaterin und Bewerbungstrainerin. Unter dem Label Accent Style (www.accentstyle.ch) bietet sie Stilberatungen im Zürcher-Seefeld, Einkaufsbegleitungen und Stil-Workshops für Unternehmen an.

       
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